Samstag, 27. Oktober 2018

Azoren - Inseltraum im Atlantik - Teil 1 Insel Terceira

Inmitten des tiefblauen Atlantiks befinden sich neun idyllische Inseln vulkanischen Ursprungs - die Azoren. Das Archipel bietet eine Fülle an landschaftlichen Kontrasten: sattgrüne Wiesen gehen beinahe nahtlos in schroffe Küstenlinien über, dampfende Quellen wechseln sich mit klaren Kraterseen ab, jedoch überall prägen prachtvolle Hortensienhecken das Inselinnere.
 
Im Juli 2014 besuchen wir acht der paradiesischen Inseln, die verwaltungstechnisch zu Portugal gehören und das westlichste Ende Europas bilden. Der Archipel zählt etwa 247.000 Einwohner und hat eine Gesamtfläche von 2323 km2. Die Entfernung zum portugiesischen Festland beträgt von der Hauptinsel Sao Miguel rund 1370 km, die westlichste Insel Flores liegt zirka 2340 km von Amerika entfernt.

Die Azoren sind in drei geografische Regionen unterteilt: die Inseln Santa Maria und São Miguel bilden die östliche Gruppe, Terceira, Graciosa, São Jorge, Pico und Faial gehören zur Zentralgruppe und Corvo und Flores werden zur westlichen Gruppe gezählt. Jede der Inseln hat ihren eigenen, bezaubernden Charme und lädt zum Entdecken abseits des Massentourismus ein.

Der Name "Ilhas dos Acores" heißt übersetzt "Habichtsinseln", denn die portugiesischen Eroberer des 15. Jahrhunderts hielten seinerzeit die einheimischen Bussarde für Habichte. Im Gegensatz zur üppigen Flora ist die Tierwelt auf den Azoren jedoch eher artenarm. Fast alle Säugetiere wurden im Laufe der Zeit eingeführt. Dennoch gibt es viele Vogelarten und eine reichhaltige Meeresfauna zu entdecken, alleine über 20 verschiedene Walarten sind in den Küstengewässern anzutreffen. 

Terceira

Wir starten unser Inselhüpfen auf Terceira. Die drittgrößte Insel des Archipels (400km2) wird direkt von Lissabon aus angeflogen (Flugzeit etwa 2:30h) und wurde offiziell als dritte Insel des Archipels im 15. Jh. von portugiesischen Seefahrern entdeckt. Damals wurde sie "Ilha de Jesus Cristo" genannt, später setzte sich jedoch der Name Terceira (=dritte Insel) durch. In heutiger Zeit leben hier etwa 56 000 Menschen, meist in Küstennähe. Keine der größeren Ortschaften ist wirklich weit vom Meer entfernt. Das Inselinnere ist dementsprechend einsam und von üppig grünen Weideflächen und prächtig blühenden Hortensienhecken geprägt. Auf Terceira wird - wie auf fast allen anderen Inseln des Archipels - hauptsächlich Landwirtschaft betrieben. Etwa 50.000 Rinder grasen hier.

Unser erster Tag auf der etwa 30 km langen und max. 17 km breiten Insel beginnt düster und wolkenverhangen. Überrascht sind wir nicht, denn über die azoreanischen Wetterkapriolen haben wir schon im Reiseführer gelesen. Das bekannte Azorenhoch verschwindet meist schnell in Richtung Mitteleuropa, und übrig bleiben Wind, Regen und Nebel. Doch lange hält sich auch diese Witterung nicht, und schon bald lacht wieder die Sonne - zumindest für die nächste halbe Stunde. Kalt wird es jedoch nie, selbst im Winter sinken die Temperaturen selten unter 10 Grad Celsius.

 
 Die Nordküste der Insel präsentiert sich eher karg, jedoch mit einer imposanten Klippenlandschaft. Nahe der kleinen Ortschaft Biscoitos - die am Fuß eines alten Lavafelds liegt - befinden sich mehrere Naturbadebecken, durch Stiegen und Brücken miteinander verbunden. Die von bizarren Lavaformationen geschützten Badeplätze werden von Meerwasser gespeist und eignen sich herrlich zum Entspannen.
Nach einer kleinen Badepause folgen wir weiter der Nordküste und gelangen schließlich zum Aussichtspunkt "Ponta da Raminho", der hoch über dem Ozean angelegt wurde. In der Ferne sehen wir Wiesen und Felder, die sich bis zum schroff abfallenden Klippenrand ausdehnen- eine wilde, jedoch gezähmte Natur.
  



 Äußerst lieblich hingegen ist das Gebiet "Mata da Serreta", ein urwüchsiger Wald im Westen der Insel. Hingerissen spazieren wir durch das Blattdickicht und bewundern bunte Blumen und exotische Vögel. Tische und Bänke, blitzsaubere Sanitäranlagen und sogar mit Holz bestückte Grillplätze lassen uns erahnen wie gerne die Einheimischen picknicken.

Die höchste Erhebung Terceiras ist das Vulkanmassiv "Serra de Santa Barbara" mit 1021 Metern. Eine schmale, jedoch gut ausgebaute Straße führt bis zum Gipfel. Auch hier gibt es einen Aussichtspunkt (portugiesisch: "Miradouro"), der sicherlich eine großartige Fernsicht ermöglicht - wenn es nicht gerade regnet bzw. hartnäckiger Nebel den Höhenzug umhüllt. Das Gebirge und das umliegende Gebiet wurde zur Naturschutzzone erklärt. Von der letzten vulkanischen Aktivität des Jahres 1762 zeugen heute nur noch einige flache Seen, die der ansonsten sanften Landschaft zu zusätzlichem Reiz verhelfen.  

 
Wir lassen den Tag in der Unterwelt Terceiras ausklingen. Im Inselinneren befinden sich nämlich mehrere eindrucksvolle Höhlensysteme. Zuerst besichtigen wir die "Gruta do Natal" (= Weihnachtshöhle), eine Lavaröhre mit einem weit verzweigten Tunnelsystem. Jedes Jahr zu Weihnachten wird in der Höhle eine Messe gelesen, so entstand der ungewöhnliche Name. Mit Helm ausgerüstet können wir einen Abschnitt von etwa 700 Metern selbstständig erkunden. Einer der Gänge ist so niedrig, dass wir nur kriechend vorwärts gelangen. Andere Kavernen sind wiederum meterhoch. Es ist faszinierend zu beobachten, mit welcher Kraft sich einst die heiße Lava ihren Weg durch des Gestein gebahnt hat.


In der Nähe - in 100 Metern Tiefe - besuchen wir ein weiteres Naturjuwel, die Höhle "Algar do Carvao" (=Kohlengrotte). Über 300 Stufen führen durch einen 3000 Jahre alten Schlot hinab in diesen unterirdischen, fast mystisch wirkenden Dom. Mächtige Stalaktiten und faszinierende Lavaformationen spiegeln sich in einem kleinen See am tiefsten Punkt der Höhle wider. Die "Tropfsteine" bestehen hier aber nicht aus Kalk, sondern aus Kieselsäure.



 
Der vulkanische Charakter Terceiras lässt sich am Besten in "Furnas do Enxofre" erkunden. Ein gut beschilderter und entsprechend gesicherter Rundweg führt durch dieses Schwefelquellengebiet. Über Holztreppen geht es vorbei an dampfenden Spalten und blubbernden Quellen. Auch ein giftgrüner Tümpel und schreiend gelbe Schwefelablagerungen zeigen eindrucksvoll die noch immer vorhandene vulkanische Aktivität der Insel. 

Ein weiterer Höhepunkt auf Terceira ist die Inselhauptstadt Angra do Heroismo, die sich entlang einer malerischen Hafenbucht erstreckt. Die schachbrettartig angelegten Straßen im Zentrum werden gesäumt von zahlreichen Palästen, Herrenhäusern und Kirchen. Angra erhielt bereits im 14. Jahrhundert das Stadtrecht und war einst bedeutende Zwischenstation auf dem Weg nach Amerika. Trotz eines schweren Erdbebens im Jahre 1980 sind bis heute viele prächtige Gebäude erhalten geblieben, die seit 1983 zum UNESCO Weltkulturerbe zählen und vorbildlich restauriert wurden. Sehr interessant ist auch ein Besuch des Stadtmuseums, welches über die Geschichte und Gegenwart der Insel und ihrer Bewohner informiert. 





Nach der ausführlichen Besichtigungstour gönnen wir uns direkt am feinsandigen, goldgelben Stadtstrand einen Sprung ins kühle Nass.  
 

Freitag, 5. Oktober 2018

Märchenschloss Hluboka

Ein Tagesausflug in den Süden Tschechiens führt uns zum prächtigen Anwesen Hluboka.

Das neugotische Schloss (dt. Frauenberg) liegt inmitten einer großen Parkanlage und wurde ursprünglich im 13 Jh als Wachburg erbaut. 
Im Laufe der Zeit wechselte es oftmals die Besitzer und wurde immer wieder verändert und ausgebaut. Im Jahr 1661 ging es in den Besitz der Familie Schwarzenberg über, die das Anwesen bis 1947 hielt. In dieser Zeit gab es wiederum einige Umbauten, bis das Schloss schließlich sein heutiges, märchenhaftes Erscheinungsbild erhielt. 
Vorbild für diese letzte Umgestaltung war das Schloss Windsor/England. 
1947 wurde der Besitz konfisziert und ging 1950 in tschechischen Staatsbesitz über. 

Eine Innenbesichtigung (nur mit Führung möglich; fotografieren verboten) der Repräsentationsräume beginnt im opplulenten Treppenhaus, das mit zierlichen Schnitzereien aufwartet. Dann folgen die Gemächer der Familie Schwarzenberg, dessen Angehörige am Habsburger Hof hohe staatliche Ämter bekleideten. Alle Räume sind mit prachtvollen Holzvertäfelungen und prunkvollen Mobiliar ausgestattet. 
Der größte Raum der Anlage -und ein Höhepunkt der Führung- ist die Bibliothek mit mehr als 10.000 Werken. 

In den Sommermonaten kann auch der Turm des Schlosses erkundet werden. Er wurde 1847 im neo-gotischen Stil neu errichtet. 245 Stufen führen auf auf eine Aussichtsplattform.



Im Winter ist Hluboka geschlossen. 
Achtung! Der Eintrittspreis kann nicht in EUR bezahlt werden.

Unberührte Natur im Nationalpark Hohe Tauern



Eine schöne, abwechslungsreiche Wanderung im Salzburger Land führt durch den Rauriser Urwald mit seinen mehr als 80 Moortümpeln.


2012 wurde ein Lehrpfad durch den seit Jahrhunderten naturbelassenen Wald angelegt. Zwischen Moosen, dunklen Seen und alten flechtenbewachsenen Nadelbäumen schlängelt sich der Pfad entlang bis zur Durchgangsalm. Diese liegt auf 1742m Seehöhe am Fuß des beeindruckenden Sonnblicks und lädt zu einer ausgiebigen Rast inmitten einer malerischen Bergkulisse ein.

Start und Ziel der Wanderung: Parkplatz Lenzganger am Ende der Mautstraße in Kolm-Saigurn

Gehzeit des Rundwegs: ca. 2,5h
Länge: 7km
Familienwanderung

http://www.raurisertal.at/de/winter/nationalpark-hohe-tauern/rauriser-urwald/

Samstag, 22. September 2018

Seehöhle Tapolca




Ein unterirdisches Juwel im Nationalpark Balaton

Tief unter der Erde zwischen engen Felsen einen glasklaren Bach entlang rudern?
Das erleben wir in der Seehöhle Tapolca in Ungarn.
Direkt im Stadtzentrum befindet sich der Eingang zu diesem sehenswerten und wohl einzigartigen Naturjuwel.


Vor dem Abstieg in die Unterwelt lohnt noch ein Besuch im Ausstellungszentrum der Höhle. Hier wird anschaulich und interaktiv mit 3-D Brillen die Entstehung, Erforschung und Fauna von Höhlen der ganzen Welt vorgeführt.
Die modernen Räumlichkeiten sind nur mit ungarisch sprechendem Guide zu besichtigen, die Infotafeln dazu gibt es jedoch auch auf Deutsch und Englisch.

Anschließend steigen wir mehrere Stufen hinab ins Höhlensystem, welches am Anfang des 20. Jahrhunderts durch einen Brunnenbau entdeckt wurde. Angenehme 18 Grad Celsius erwartet man hier kaum.
Mehrere Gänge zweigen linker Hand ab, wir folgen dem Hauptgang geradeaus. Schließlich erreichen wir den Anlegesteg und erhalten ein kleines Ruderboot zum selbst Steuern. Da wir glücklicherweise die ersten Gäste des heutigen Tages sind, genießen wir die Stille in den schmalen Kanälen. Oft müssen wir den Kopf einziehen und das Boot mit den Händen um die Haarnadelkurven hieven. Das warme Wasser unter uns ist leuchtend klar, über uns befindet sich das Stadtzentrum von Tapolca.















Die Höhle wird über zwei verschiedene Quellen mit Wasser versorgt und hat dadurch Gänge ausgebildet, die wie ein Rundkurs befahren werden können. Nach etwa 10 Minuten und 150 Metern endet die unterirdische Schifffahrt leider wieder an der Anlegestelle, wo schon viele andere Touristen warten.
Nach kurzer Erkundung der Seitengänge geht es wieder zurück ans Tageslicht.

Öffnungszeiten, Infos und Tickets gibt es hier:
https://bfnp.hu/de/tapolcaer-seehohle-besucherzentrum

Tipp: Die Höhle ist sehr gut besucht, daher unbedingt die Tickets im Voraus online kaufen.
Empfehlenswert ist außerdem ein Besuch frühmorgens beim Aufsperren, denn dann sind die Kanäle noch still.









Mittwoch, 12. September 2018

Villa La Petraia und Villa di Castelloc

Historisches Erbe der Medici

Abseits der üblichen Touristenpfade – inmitten einer lieblichen Hügellandschaft nahe Florenz - befindet sich die sehenswerte Villa La Petraia.


Bereits im Jahre 1362 stand hier ein Wehrturm. Im Laufe der Zeit wurde das Kastell mehrmals verkauft, bis es schließlich 1530 von den Medici übernommen wurde. Zwischen 1576 und 1591 fanden aufwendige Umbauten des Schlosses statt. Die Anlage erhielt nun einen rechteckigen Grundriss, der einen verglasten Innenhof einfasst. Besonders sehenswert sind die wunderschönen und farbenprächtigen Fresken in diesem Innenhof, die zwischen 1636 und 1648 gefertigt wurden. Sie zeigen Szenen aus dem Leben der Familie Medici.



Auch die Räumlichkeiten des Renaissance-Schlosses können mit einer Führung besichtigt werden, wobei die heutige Anordnung der prunkvollen Möbelstücke auf die Herzoge von Savoyen zurückgeht, welche die Villa in späterer Folge erwarben und als Sommerresidenz nutzten.




Ebenfalls einen Besuch wert ist die liebliche, terrassenförmig angeordnete Gartenanlage. Auf der höchsten Ebene befindet sich ein Waldstück mit Steineichen, auf den beiden unteren Terrassen wandelt man zwischen Obstbäumen und Buchsbaumhecken. Dazwischen sprudeln Springbrunnen – ein malerischer Ort um die Hektik (und Hitze) der Stadt Florenz zu vergessen!
 







Einen kurzen Spaziergang entfernt liegt eine weitere Medici-Villa, die Villa di Castello, von der jedoch nur die romantische Gartenanlage besichtigt werden kann.
Das Schloss selbst wurde 1480 von den Medici erworben und mehrmals vergrößert und umgebaut. Nach dem Aussterben der Familie ging es durch Erbschaft in den Besitz des Geschlechts Habsburg-Lorraine und verfiel im Laufe der folgenden Jahrhunderte zusehends. 1919 erhielt der italienische Staat das Anwesen.
In heutiger Zeit befindet sich hier die „Accademia della Crusca“, eine öffentliche Einrichtung, die sich mit der Bewahrung der italienischen Sprache befasst.



 Der ummauerte Garten hat einen geometrischen Grundriss und ist ebenfalls terrassenförmig angelegt.
 




Im Zentrum befindet sich eine große Brunnenanlage mit der imposanten Brunnenstatue „Herkules und Antäus“. Sie soll den Sieg von Cosimo de' Medici über seine Feinde symbolisieren.


Eine Leidenschaft der Medici war die Zucht von Zitruspflanzen. Auf den weiteren Gartenebenen stehen auch heute noch etwa 500 Terrakottatöpfe mit Orangen- und Zitronenbäumchen, die einen betörenden Duft verströmen.




Am Ende der Terrasse wartet die bekannte „Grotta degli Animali“ auf Besucher, eine künstlich angelegte Grotte mit Tiermotiven aus verschiedenfarbigem Marmor.




Seit 2013 sind die Medici Villen UNESCO Weltkulturerbe. Der Eintritt ist für beide Sehenswürdigkeiten frei.
Die Führung in der Villa La Petraia ist in italienischer Sprache, der Führer spricht auch ein bisschen Deutsch. Jedoch auch ohne größere Italienisch-Kenntnisse ist die Besichtigung der Innenräume sehr empfehlenswert.

Die Villen können problemlos mit dem Bus Nr. 2 oder 22 vom Hauptbahnhof Florenz (Firenze Santa Maria Novella) erreicht werden. Ausstieg erfolgt nach etwa 20 Minuten an der Station „Via Sestese 6“, von dort zu Fuß bergauf zur Villa La Petraia etwa 10 Minuten. Bergab davon (Fußweg ca. 5 Minuten) liegt die Villa di Castello.

Seegrotte Hinterbrühl

Die Seegrotte im niederösterreichischen Ort Hinterbrühl liegt etwa 20 Kilometer südlich von Wien. Das ehemalige Gipsbergwerk ist für Be...