Montag, 28. Oktober 2019

Naturpark El Torcal - Spanien





Auf einem Hochplateau nahe der Stadt Malaga befindet sich das sehenswerte Naturschutzgebiet El Torcal. Bei einer Rundreise durch Andalusien darf hier ein kurzer Wanderstopp keinesfalls fehlen!

Der labyrinthartige Felsengarten ist etwa 1100 Hektar groß und bietet nicht nur eine faszinierende Gebirgslandschaft, sondern auch einen  fantastischen Ausblick! Wir können sogar Malaga und die Costa del Sol in der Ferne ausmachen.



Vom Besucherzentrum (mit kostenlosem Parkplatz) starten zwei gut beschilderte Wanderwege, die durch diese bizarre, wildzerklüftete Felslandschaft führen, die glatt aus einem Märchenbuch entsprungen sein könnte. An jeder Ecke erwarten wir beinahe, dass ein Bergtroll aus dem Felsen steigt. Wir können uns kaum satt sehen an der urwüchsigen Natur.



 Wir entscheiden uns für den längeren Pfad, der stellenweise überwuchert ist, dann wieder so schmal wird, dass wir uns zwischen den Felsblöcken durchzwängen müssen. 



Nicht zuletzt sind auch einige leichte Kletterpartien zu meistern - also genau der richtige Weg für uns. 
Der gelb ausgeschilderte Rundwanderweg ist etwa 2,5 Kilometer lang und nicht allzu schwierig zu begehen. 

Auch unser kleiner Sohn genießt die "Spielwiese der Riesen" in vollen Zügen.  Da wir unsere Wanderung am Morgen starten, haben wir den Weg für uns alleine.  Nach etwa drei Stunden erreichen wir wieder den Parkplatz.


Geologisch besteht das pittoreske Torcal Gebirge aus abwechselnden Schichten von härterem und weicherem Kalkstein. Die weicheren Teile wurden im Laufe der Zeit durch die Erosion stärker abgetragen als die härteren, dadurch entstanden skurrile Steinskulpturen und mächtige Felsgebilde .







Sonntag, 8. September 2019

Gizli Cennet Wasserfall - Türkei

Im gebirgigen Hinterland zwischen Manavgat und Alanya liegt das versteckte Paradies - das ist die wörtliche Übersetzung von "Gizli Cennet" und wirklich sehr zutreffend.

Dieser Wasserfall ist in keinem Reiseführer zu finden, und auch die Beschilderung vor Ort ist eher dürftig. Trotzdem kann man diesen Geheimtipp bequem mit einem Mietauto (mit Navigationsgerät) als Tagesausflug von Manavgat aus erreichen. Die letzte Etappe führt durch einen dichten Wald, ist nicht mehr befestigt, jedoch gut befahrbar.
Das Gebiet ist unbewohnt, und die Piste endet abrupt bei einem Wasserlauf, der nur mit Allradfahrzeug durchfahren werden kann.   
Wir parken davor und erreichen über eine kleine Brücke trockenen Fusses das gegenüberliegende Ufer. Hier werden wir lautstark von einer Horde Gänse begrüßt. Schließlich verlieren sie das Interesse und verschwinden im Wald.


Linker Hand sehen wir alte Mühlsteine, anscheinend stand hier einst eine Mühle. Heute versteckt sich eine idyllische Gaststätte zwischen den Bäumen. Dahinter befindet sich schon das erste Becken des Wasserfalls.


Der Besitzer des Restaurants erzählt uns, dass wir dem Weg folgen sollen und über einige Treppen noch zwei weitere Stufen des idyllischen Gizli Cennet Wasserfalls sehen können.
In den beiden oberen Becken darf auch gebadet werden, es gibt sogar einen Holzverschlag als Umkleidekabine. Das Wasser ist jedoch sehr kalt, aber im heißen August eine willkommene Abkühlung.


Der Stufenweg ist weder lang noch anstrengend, sodass wir schon bald das Ende des Weges erreichen.
Hier plätschert der Bach sanft über eine kleine Stufe und bildet ein langgezogenes Becken mit glasklarem, türkisen Wasser.




Wir genießen die Stille auf einem Felsblock und sehen den Fischen zu, die sich Essbares von uns erhoffen.



Noch einladender zum Baden ist das zweite Becken, eine Stufe tiefer. Hier befindet sich hinter dem Wasserfall eine Höhle, die komplett durchschwommen werden kann. Die Felswand endet knapp über dem Wasserspiegel, sodass wir sogar unter dem Wasserfall durchschwimmen können.
Für uns ein einzigartiges und unvergessliches Erlebnis, zumal hier auch keine anderen Menschen sind.









    

Mittwoch, 4. September 2019

Azoren - Inseltraum im Atlantik - Teil 5 Insel Sao Jorge



Sao Jorge

Am nächsten Morgen brechen wir zur Insel Sao Jorge auf, die etwa 40 Kilometer Luftlinie entfernt liegt. Die Morgenfähre bringt uns in nicht einmal 2 Stunden zur Hauptstadt Velas. 



Dabei passieren wir einen absolut wolkenlosen, majestätischen Pico. Wir können unser Glück kaum fassen, denn laut dem gesprächigen Polizisten von gestern Abend soll sich der Berg mehr als 300 Tage im Jahr hinter Nebelschwaden verstecken. 







 
 
Unzählige Fotos später wenden wir unseren Blick nach Backboard und bekommen so einen ersten Eindruck von der lang gezogenen Insel Sao Jorge. Sie hat eine Fläche von 245 Quadratkilometern, ist 54 Kilometer lang, aber maximal 7 Kilometer breit. Die Insel ist sehr gebirgig und die Klippen fallen schroff ins Meer. 






Darunter befinden sind über 40 "Fajas" (es ist beinahe unmöglich dieses Wort als Nicht-Portugiese korrekt auszusprechen) - flache Landzungen am Fuß der Steilküste.

Entstanden sind sie durch Lava, welches auf dem Weg ins Meer erstarrte oder durch Hangrutsche und Erdbeben. Durch das spezielle Mikroklima und den fruchtbaren Vulkanboden gedeihen auf den Küstenebenen sogar tropische Früchte wie Bananen, Feigen oder Mangos. Sogar Kaffe und Tabak wird hier angebaut.
Auf einigen der Fajas befinden sich kleine Siedlungen, die früher nur durch Fußwege erreichbar waren. In heutiger Zeit schlängeln sich abenteuerliche Serpentinenstraßen in die Tiefe.
Im Hochland wiederum wird wie auf den anderen Inseln Viehzucht betrieben. Den 9.000 Einwohnern stehen genau so viele Rinder gegenüber. Sao Jorge gilt als Insel des Käses. Er wird seit dem 15. Jh. hergestellt und zeichnet sich durch seinen würzigen Geschmack aus.

Velas
Auch die Inselhauptstadt Velas mit ihren 2000 Einwohnern befindet sich am Fuß des mächtigen Bergrückens. Von oben wirken die weißen Häuschen mit ihren roten Dächern wie eine Spielzeug Siedlung. 
 

In der Altstadt angekommen, unternehmen wir einen kleinen Spaziergang durch die blitzblanken Gassen mit ihren schönen Pflastersteinen. Großartige Sehenswürdigkeiten gibt es hier nicht, doch es macht Spaß, durch die Straßen zu schlendern und die hübschen Bauwerke zu bewundern.  


Hochland

Wie schon erwähnt ragt Sao Jorge wie ein Drachenrücken aus dem Meer. Vielleicht wurde die Insel deshalb nach dem Heiligen Georg, dem Drachentöter benannt?

Die gewaltigen Steilküsten im Norden und Süden erreichen eine Seehöhe von über 1000 Meter. 
Im Inselinneren gibt es kaum Siedlungen und viele Straßen sind nicht geteert. Aufgrund der herben Schönheit der Landschaft gilt das Hochland als Paradies für Wanderer. Weitreichende Ausblicke nach Terceira und Pico üben zusätzlichen Reiz aus.

Es ist wohl kaum mehr möglich, aber hier erreicht das Wort "Einsamkeit" tatsächlich eine neue Steigerung. Wir marschieren durch blühende Wiesen, rechts und links säumen Hortensienhecken den schmalen Pfad. Weit unter uns schimmert das Meer in den verschiedensten Blautönen. Wir lassen uns einfach treiben, als uns unerwartet ein Pärchen entgegen kommt. Freudestrahlend erklären sie uns, dass sie froh sind, nach mehr als 5 Stunden endlich auf Jemanden zu treffen! Wir legen nun ein Stück des Weges gemeinsam zurück, bevor wir weiter nach Westen fahren.

Westen
 
Am äußersten Zipfel der Insel wird die Landschaft lieblicher. Die Hügel fallen flacher ins Meer und die Region galt lange Zeit als Kornkammer der Insel.
 


Am westlichsten Punkt, dem "Ponta dos Rosais" stehen die Reste eines Leuchtturms, der wegen Einsturzgefahr leider nicht betreten werden darf. 









 

In unmittelbarer Umgebung befindet sich der wunderschöne Park "Parque Florestral Sete Fontes". Die 12 Hektar große Anlage mit Zedernwäldern, Blumen, Baumfarnen und Bächen erfreut jeden Naturliebhaber. Auch unser Sohn kommt auf seine Kosten, denn bei diesem Picknickplatz gibt es Hirsche, Schweine, Enten und Kaninchen zu füttern. 







Poca de Simao Dias
Zu den schönsten Badeplätzen Sao Jorges zählt zweifellos das natürliche Becken "Poca de Simao Dias".
Inmitten von eindrucksvollen Lavaformationen führt eine Leiter hinunter ins glasklare Wasser.
Die Bucht ist rundherum von Felsen umgeben, daher gibt es nahezu keine Wellen. Auch Quallen können die natürliche Barriere nur bei sehr starkem Seegang überwinden. Leider ist das Wasser ziemlich kalt.  









Osten
 

Nach diesem erfrischenden Bad führt uns die einzige Straße weiter in Richtung Osten- immer dem Bergrücken entlang. Tief unter uns befinden sich einige Fajas. Viele davon wurden in den letzten Jahrzehnten verlassen, denn nicht in alle Fajas führen Straßen. Manche sind nur mit dem Boot erreichbar bzw. über abenteuerliche Pfade. 






Faja dos Cubres
Eine der fotogensten Landzungen ist zweifellos die Faja dos Cubres mit ihrem See. Diese ist durch eine natürliche Geröllbarriere vom Meer getrennt und ein bedeutender Vögelbrutplatz.
Hier wohnen noch einige Dutzend Menschen, sogar ein Cafe gibt es im Ort neben der leider verschlossenen Kirche.
Ein kurzer Spaziergang führt uns rund um den See mit seinen kleinen Inselchen und den lautstark krächzenden Seevögeln. 

Am Ende der Bucht wird es schließlich wieder ruhiger. Hier beginnt ein 5 Kilometer langer Wanderweg zur benachbarten Fajã da Caldeira do Santo Cristo, auf der ebenfalls ein See liegt, in dem Miesmuscheln gezüchtet werden

Auch im Inselosten gibt es ein Erholungsgebiet, den Parque da Silveira. Baumhohe Farne, duftende Blumen und einige alte Wassermühlen säumen das Wegenetz durch den Park. Natürlich dürfen auch Grillmöglichkeiten und ein Kinderspielplatz nicht fehlen. Neugierig werden wir von zwei Straußen beäugt, die ihr Gehege gleich neben der Kinderschaukel haben.



An der Ostspitze der Insel befindet sich der beschauliche Ort Topo mit seinem gleichnamigen Leuchtturm. Seit 1927 ist er in Betrieb und blickt seitdem auf das unbewohnte Inselchen Ilheu do Topo, das als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde.
Besonders interessant sind die rostroten, senkrechten Felsen, die den Hafen wie eine Mauer umgeben.  

Bootsfahrt
Am unserem letzten Tag auf Sao Jorge mieten wir uns ein Motorboot und fahren mehrere Stunden entlang der Südküste. Auch vom Wasser aus bietet die Insel eine überwältigende Naturkulisse.
Senkrechte, zerklüftete Felsen, Wasserhöhlen und terrassenförmig angelegte Gärten wechseln einander ab. Selten wagen sich die Siedlungen bis hinunter zur Wasserkante. Beeindruckend ist nicht nur die steile Küstenlinie, sondern auch die Nebelbänke, die knapp über der Hochfläche dahinziehen. Minutenlang hüllen sie das Land wie das mystische Avalon ein, kurze Zeit später bahnt sich wiederum die Sonne ihren Weg durch den grauen Nebelschleier.
Viel zu bald müssen wir wieder umkehren. Auf dem Rückweg in die Inselhauptstadt Velas begleitet uns sogar eine Gruppe von Delfinen. Wir sind überwältigt, die Tiere so nahe in ihrer natürlichen Umgebung beobachten zu können. Lange Zeit schwimmen sie neben, unter und vor uns, bevor sie wieder in der Tiefe des Atlantiks verschwinden.

 

Samstag, 20. Juli 2019

Azoren - Inseltraum im Atlantik - Teil 4 Inseln Faial und Pico



Faial

 

Nach vier Tagen heißt es nun wieder Abschied nehmen. Die Sonne scheint warm, nur eine laue Brise weht. Sogar die Wassertemperatur dürfte heute mehr als 22 Grad betragen. 
Dementsprechend ruhig verläuft auch der kurze Flug auf die Insel Faial. 


 Sie gehört mit ihren 173 km2 zu der Zentralgruppe und hat etwa 16.000 Einwohner. Bekannt ist die Insel vor allem bei Seglern, die den großen Jachthafen der Hauptstadt Horta gerne ansteuern und so ein wenig internationales Flair verbreiten. Trotzdem verläuft das Leben auch hier in geruhsamen Bahnen. Man vermutet kaum, dass Ende des 19. Jahrhunderts Faial ein zentraler Mittelpunkt des Weltgeschehens war, denn hier verbanden die ersten Unterseetelegraphenkabel Europa und Amerika. 


Horta
  
Auf dem Weg zur Inselhauptstadt durchfahren wir eine liebliche, hügelige Landschaft mit schachbrettartigen Feldern und Wiesen. Durchbrochen wird diese grüne Oase nur durch Tupfer von blauen und rosafarbenen Hortensienhecken, die von unserem Sohn liebevoll "Hortenschen" genannt werden.
 

 


Die Stadt Horta befindet sich im Südosten der Insel und wird von zwei Buchten gesäumt, in deren Mitte ein kleiner Vulkankrater liegt. 


Wir sind überrascht welch reges Treiben hier herrscht und ergattern gerade noch einen Parkplatz. Anschließend starten wir unsere Stadterkundung beim berühmten Jachthafen. Angeblich legen hier über 1.200 Boote pro Jahr an. Ein besonderes Fotomotiv bieten die Hafenmauern, die mit zahllosen bunten Malereien geschmückt sind. Jeder Segler -abergläubisch oder nicht- hinterlässt hier nämlich sein persönliches Kunstwerk, um Schutz und Glück für die Weiterreise zu erhalten.

 
 
 
Hinter der Mole beginnt das Stadtzentrum mit seinen eleganten, weiß gekalkten Gebäuden. Viele der liebevoll restaurierten Herrenhäuser stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Bekannt ist jedoch vor allem das Cafe Peter Sport, eine urige, rustikale Kultkneipe für Seebären, Gestrandete und Schaulustige.





Ponta dos Capelinhos

Wir folgen weiter der inselumrundenden Hauptstraße Richtung Westen. Nach mehreren Fotostopps, beispielsweise bei den Lavabögen und Grotten in der Bucht von Feteiras, erreichen wir schließlich das Gebiet von Capelinhos. 





Hier erwartet uns -beinahe übergangslos - eine karge Mondlandschaft. Plötzlich dringt kein einziger Grashalm mehr durch die Aschewüste, die 1957/58 durch einen Vulkanausbruch entstand. Die Eruption begann seinerzeit auf offener See, mehr als 30 Mio. Tonnen Asche und Lava wurden in die Luft geschleudert. Zahlreiche Häuser und auch der nahe gelegene Leuchtturm wurden verschüttet und zerstört. Durch diese gewaltige Naturkatastrophe verband sich die Vulkaninsel schließlich mit dem Festland, sodass Faial heute um 2,4 km2 größer geworden ist. 

Unter dem alten Leuchtturm wurde vor einigen Jahren ein sehr sehenswertes, modernes Museum eröffnet, welches speziell über den Ausbruch, aber auch über die Entstehung und Geologie der Azoren informiert.


Inselinneres

 
 
Im krassen Gegensatz dazu steht das liebliche Inselinnere, welches wir bei einer Wanderung am nächsten Tag erkunden. 



 


Der Pfad folgt einem alten Wasserkanal ("Levada") durch dichten, urwüchsigen Wald.


Wir passieren mehrere Bäche und Lichtungen und gelangen schließlich zu einer kleinen Brücke, die eine tiefe Schlucht überspannt.

Sichtlich unbeeindruckt von diesem abenteuerlichen Landstrich weiden in der Nähe ein paar Kühe, die uns neugierig beäugen. Denn wie fast überall auf den Azoren sind wir auch hier wieder alleine unterwegs- also wahrscheinlich eine willkommene Abwechslung für die Rinderherde. 


 
 
 Die Levada auf Faial ist einzigartig auf den Azoren. Dieser Wasserkanal aus 1964 war einst 9,5 Kilometer lang und speiste ein Wasserkraftwerk. 1998 wurden große Teile der Anlage durch ein Erdbeben zerstört. Laut unserem Zimmervermieter zählt der fast ebene Levadaweg in heutiger Zeit zu den schönsten Wanderwegen der Insel.   
 
Caldeira

Ebenfalls im Landesinneren befindet sich ein weiteres Überbleibsel der früheren Naturgewalten - die riesige Caldeira. Ihr Durchmesser beträgt über 1,5 Kilometer, sie ist umgeben von 400 Meter hohen Felswänden. Normalerweise ist es hier oben auf über 1000 Meter Seehöhe neblig und bewölkt. 

Glücklicherweise erwischen wir jedoch eine bessere Wetterlage und können das Naturschutzgebiet mit seiner reichen Flora in voller Pracht bestaunen. Doch schon bald ziehen wieder Nebelschleier auf und die Sicht reicht gerade bis zurück zum Parkplatz.

Botanischer Garten
Im Tal von Flamengos befindet sich der einzige Botanische Garten der Azoren. Hier auf 8000m2 Fläche werden endemische Pflanzen vorgestellt und gefährdete Gewächse gezüchtet. Wir erfahren, dass es über 70 Arten gibt, welche nur auf den Azoren vorkommen. Die überall wuchernden Hortensien, die als Wahrzeichen der Inseln gelten, wurden jedoch gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus Asien eingeführt und stellen in heutiger Zeit eine große Bedrohung für die einheimische Flora dar.

Pico
Für den nächsten Tag haben wir einen Ausflug auf die nur 6 km entfernte Nachbarinsel Pico geplant.
Sie ist mit 448km2 die Zweitgrößte des Archipels und beherbergt etwa 15.000 Einwohner. 

 


Beherrscht wird Pico vom majestätischen gleichnamigen Berg. Der 2351 Meter hohe Vulkan ist somit die höchste Erhebung Portugals. Meistens versteckt er sich hinter einer dicken Wolkenschicht, dann sind nur noch die steilen Flanken zu erkennen. 


 Er ist nach wie vor aktiv und wird daher genauestens überwacht.
 on seiner - vor allem in der Vergangenheit - regen Aktivität zeugen die schwarzen Lavaböden, die zahlreichen Höhlen und die runden Kraterseen im Inselinneren. 

Auch heute noch werden die schwarzen Lavabrocken als Baumaterial für die Häuser verwendet.


Eine Personenfähre bringt uns in einer halben Stunde nach Madalena, der größten Stadt der Insel. Dort angekommen besorgen wir uns gleich ein Mietauto und versuchen, wenigstens einen kleinen Teil der landschaftlich wunderschönen Insel zu erhaschen. Doch auch das umgebende Gewässer ist interessant, denn Pico zählt zu den Hotspots für Walbeobachtungen. 
 

Weinanbau
Wir starten unsere Rundfahrt zu Füßen des mächtigen Picos und besuchen das berühmte Weinanbaugebiet der Insel. Es wurde sogar von der UNESCO als Welterbe anerkannt. Die Rebflächen werden durch Mauern aus Lavagestein abgetrennt, welche die Weinstöcke vor Wind und salziger Gischt schützen, zudem auch die Wärme besonders gut speichern. Da auf den kleinen Parzellen keine Maschinen verwendet werden können, werden die Reben hier in mühevoller Handarbeit kultiviert. Beispielsweise wird jede einzelne reifende Traube auf einen flachen Stein gelegt. Die ersten Pflanzen wurden schon bei der Besiedlung 1460 angebaut. Einst wurde der edle Tropfen sogar bis nach Russland exportiert.

Inselinneres
Der Bilderbuchvulkan Pico beherrscht den Südwesten der Insel. Daran vorbei führt eine Höhenstraße ins einsame, unbewohnte Inselinnere. 

 Das Hochland ist geprägt von zahlreichen Seen, die sich zwischen dunkelgrünen Kraterhügeln verlieren. 



Die zumeist wilde, ursprüngliche Landschaft gilt als wichtiges Brutgebiet für Vögel. 

Natürlich grasen auch hier Rinder, die gerne mitten auf der Straße innehalten und sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lassen. Aber so eine Pause mitten im menschenleeren Hochland - mit sagenhafter Aussicht auf das tiefblaue Meer - ist schließlich nie verkehrt. Das Glück ist perfekt, als ich sogar noch ein vierblättriges Kleeblatt finde.

Küste

Schließlich geht es zurück an die Küste. Hier treffen wir wieder auf die inselumrundende Straße, die uns vorbei an einigen Dörfern und Aussichtspunkten retour nach Madalena bringt.


 
 

Vorher stoppen wir jedoch noch im Nordwesten, wo wir einen Spaziergang durch eine bizarre, schwarze Lavawüste unternehmen. Felsbögen, Lavagräben und tiefe Spalten erstrecken sich bis hin zum Meer, das mit Urgewalt gegen die Klippen brandet. Nur zögerlich bricht zartes Grün zwischen den scharfkantigen Brocken hervor.

 
Friedlicher gestaltet sich unsere Rückfahrt auf Faial. Im warmen Abendlicht leuchten die Häuser Hortas besonders einladend, was uns ein wenig vergessen lässt, dass wir für das wunderschöne Pico leider nur einen Tag Zeit hatten. 
 

Weniger erfreut sind wir über den Strafzettel, den wir auf der Windschutzscheibe des am Hafen geparkten Mietautos vorfinden. Auf der nahe gelegenen Tankstelle erfragen wir daher den Weg zur nächsten Polizeistation. Wieder sind wir froh, dass hier Jeder Englisch spricht. Nach einigen Umwegen haben wir schließlich das Gebäude gefunden und begleichen die Strafe wegen Falschparkens. Für den diensthabenden Polizisten sind wir eine angenehme Abwechslung. Er gibt zu, dass die Kennzeichnung im Hafengelände äußerst schlecht ist und auch viele Einheimische nicht wissen, wo genau geparkt werden darf. Unser Sohn findet das Präsidium jedenfalls sehr interessant und würde am Liebsten das Gefängnis sehen. Soweit kommt es natürlich nicht, im Gegenteil, wir erhalten sogar noch einige Reisetipps. 
 

Naturpark El Torcal - Spanien

Auf einem Hochplateau nahe der Stadt Malaga befindet sich das sehenswerte Naturschutzgebiet El Torcal. Bei einer Rundreise durch An...