Samstag, 22. September 2018

Seehöhle Tapolca




Ein unterirdisches Juwel im Nationalpark Balaton

Tief unter der Erde zwischen engen Felsen einen glasklaren Bach entlang rudern?
Das erleben wir in der Seehöhle Tapolca in Ungarn.
Direkt im Stadtzentrum befindet sich der Eingang zu diesem sehenswerten und wohl einzigartigen Naturjuwel.


Vor dem Abstieg in die Unterwelt lohnt noch ein Besuch im Ausstellungszentrum der Höhle. Hier wird anschaulich und interaktiv mit 3-D Brillen die Entstehung, Erforschung und Fauna von Höhlen der ganzen Welt vorgeführt.
Die modernen Räumlichkeiten sind nur mit ungarisch sprechendem Guide zu besichtigen, die Infotafeln dazu gibt es jedoch auch auf Deutsch und Englisch.

Anschließend steigen wir mehrere Stufen hinab ins Höhlensystem, welches am Anfang des 20. Jahrhunderts durch einen Brunnenbau entdeckt wurde. Angenehme 18 Grad Celsius erwartet man hier kaum.
Mehrere Gänge zweigen linker Hand ab, wir folgen dem Hauptgang geradeaus. Schließlich erreichen wir den Anlegesteg und erhalten ein kleines Ruderboot zum selbst Steuern. Da wir glücklicherweise die ersten Gäste des heutigen Tages sind, genießen wir die Stille in den schmalen Kanälen. Oft müssen wir den Kopf einziehen und das Boot mit den Händen um die Haarnadelkurven hieven. Das warme Wasser unter uns ist leuchtend klar, über uns befindet sich das Stadtzentrum von Tapolca.















Die Höhle wird über zwei verschiedene Quellen mit Wasser versorgt und hat dadurch Gänge ausgebildet, die wie ein Rundkurs befahren werden können. Nach etwa 10 Minuten und 150 Metern endet die unterirdische Schifffahrt leider wieder an der Anlegestelle, wo schon viele andere Touristen warten.
Nach kurzer Erkundung der Seitengänge geht es wieder zurück ans Tageslicht.

Öffnungszeiten, Infos und Tickets gibt es hier:
https://bfnp.hu/de/tapolcaer-seehohle-besucherzentrum

Tipp: Die Höhle ist sehr gut besucht, daher unbedingt die Tickets im Voraus online kaufen.
Empfehlenswert ist außerdem ein Besuch frühmorgens beim Aufsperren, denn dann sind die Kanäle noch still.









Mittwoch, 12. September 2018

Villa La Petraia und Villa di Castelloc

Historisches Erbe der Medici

Abseits der üblichen Touristenpfade – inmitten einer lieblichen Hügellandschaft nahe Florenz - befindet sich die sehenswerte Villa La Petraia.


Bereits im Jahre 1362 stand hier ein Wehrturm. Im Laufe der Zeit wurde das Kastell mehrmals verkauft, bis es schließlich 1530 von den Medici übernommen wurde. Zwischen 1576 und 1591 fanden aufwendige Umbauten des Schlosses statt. Die Anlage erhielt nun einen rechteckigen Grundriss, der einen verglasten Innenhof einfasst. Besonders sehenswert sind die wunderschönen und farbenprächtigen Fresken in diesem Innenhof, die zwischen 1636 und 1648 gefertigt wurden. Sie zeigen Szenen aus dem Leben der Familie Medici.



Auch die Räumlichkeiten des Renaissance-Schlosses können mit einer Führung besichtigt werden, wobei die heutige Anordnung der prunkvollen Möbelstücke auf die Herzoge von Savoyen zurückgeht, welche die Villa in späterer Folge erwarben und als Sommerresidenz nutzten.




Ebenfalls einen Besuch wert ist die liebliche, terrassenförmig angeordnete Gartenanlage. Auf der höchsten Ebene befindet sich ein Waldstück mit Steineichen, auf den beiden unteren Terrassen wandelt man zwischen Obstbäumen und Buchsbaumhecken. Dazwischen sprudeln Springbrunnen – ein malerischer Ort um die Hektik (und Hitze) der Stadt Florenz zu vergessen!
 







Einen kurzen Spaziergang entfernt liegt eine weitere Medici-Villa, die Villa di Castello, von der jedoch nur die romantische Gartenanlage besichtigt werden kann.
Das Schloss selbst wurde 1480 von den Medici erworben und mehrmals vergrößert und umgebaut. Nach dem Aussterben der Familie ging es durch Erbschaft in den Besitz des Geschlechts Habsburg-Lorraine und verfiel im Laufe der folgenden Jahrhunderte zusehends. 1919 erhielt der italienische Staat das Anwesen.
In heutiger Zeit befindet sich hier die „Accademia della Crusca“, eine öffentliche Einrichtung, die sich mit der Bewahrung der italienischen Sprache befasst.



 Der ummauerte Garten hat einen geometrischen Grundriss und ist ebenfalls terrassenförmig angelegt.
 




Im Zentrum befindet sich eine große Brunnenanlage mit der imposanten Brunnenstatue „Herkules und Antäus“. Sie soll den Sieg von Cosimo de' Medici über seine Feinde symbolisieren.


Eine Leidenschaft der Medici war die Zucht von Zitruspflanzen. Auf den weiteren Gartenebenen stehen auch heute noch etwa 500 Terrakottatöpfe mit Orangen- und Zitronenbäumchen, die einen betörenden Duft verströmen.




Am Ende der Terrasse wartet die bekannte „Grotta degli Animali“ auf Besucher, eine künstlich angelegte Grotte mit Tiermotiven aus verschiedenfarbigem Marmor.




Seit 2013 sind die Medici Villen UNESCO Weltkulturerbe. Der Eintritt ist für beide Sehenswürdigkeiten frei.
Die Führung in der Villa La Petraia ist in italienischer Sprache, der Führer spricht auch ein bisschen Deutsch. Jedoch auch ohne größere Italienisch-Kenntnisse ist die Besichtigung der Innenräume sehr empfehlenswert.

Die Villen können problemlos mit dem Bus Nr. 2 oder 22 vom Hauptbahnhof Florenz (Firenze Santa Maria Novella) erreicht werden. Ausstieg erfolgt nach etwa 20 Minuten an der Station „Via Sestese 6“, von dort zu Fuß bergauf zur Villa La Petraia etwa 10 Minuten. Bergab davon (Fußweg ca. 5 Minuten) liegt die Villa di Castello.

Seegrotte Hinterbrühl

Die Seegrotte im niederösterreichischen Ort Hinterbrühl liegt etwa 20 Kilometer südlich von Wien. Das ehemalige Gipsbergwerk ist für Be...